Photovoltaïk

Die Photovoltaïk umfasst Technologien welche in der Lage sind, Sonnenenergie in elektrische Energie umzuwandeln. Die elektrische Energie kann entweder direkt genutzt werden, ins öffentliche Stromnetz eingespiesen, oder (bei Inselanlagen) in einer Batterie gespeichert werden.

Warum Photovoltaik?

Solaranlagen bieten eine sehr attraktive Form von alternative Energieerzeugung, aus mehreren Gründen.
  • Solaranlagen sind nach der Installation 100% emmissionsfrei und arbeiten geräuschlos, geruchslos und sind landschaftlich verträglich.
  • Solaranlagen haben keine beweglichen Teile, wodurch sie über Jahrzehnte nahezu wartungsfrei betrieben werden können und verursachen somit kaum wiederkehrende Kosten.
  • Solaranlagen gehen im Prinzip nie kaputt und können ohne weiteres die Lebensdauer von anderen Formen der Energiegewinnung überbieten.
  • Solarzellen enthalten keine umweltbelastenden Materialien welche bei der Entsorgung zusätzliche Kosten verursachen. Ausserdem lassen sich die Zellen problemlos demontieren und anderswo wieder einsetzen.

Installationsanforderungen

Trotz allem bleibt die Photovoltaik eine relativ grosse Investition (s. auch unten). Die richtige Installation der Solaranlage trägt aber vieles dazu bei, dass ihre Effizienz optimal, und somit ihre Investition so bald wie möglich rentabel ist.

Es gibt eine grosse Verschiedenheit an möglichen Installationsvarianten, wie zum Beispiel:

  • Netzverbundene und Inselanlagen: eine PV-Anlage ist netzverbunden, wenn der Strom der nicht gebraucht wird, an das örtliche Stromnetz (bspw AEW) gegen eine Vergütung pro kWh weitergeleitet wird. Eine Inselanlage dagegen speichert diese Energie in einer Batterie. Leider ist die heutige Technologie für Batterien noch nicht auf einem Niveau wo letztere Variante wirklich Sinn macht, ausser dort wo ein Stromnetz fehlt: Ferienwohnung, Wohnwagen, eletrisierter Zaun, usw.
  • Dachintegriert und Aufbau: Üblicherweise wird eine PV-Anlage auf dem Dach montiert (Aufbau), aber es besteht auch die Möglichkeit, die Dachziegel mit Modulen zu ersetzen. Je nach Geschmack sieht das einfach ästhetischer aus und spart darüber hinaus die Dachziegel. Der Nachteil ist, dass die Module weniger effizient arbeiten, weil sie nicht gut hinterlüftet werden.
  • Der Effizienzgrad von einem Modul wird von der Qualität der Siliziumverarbeitung bestimmt: Die teuersten haben monokristalline Zellen und haben einen praktischen Ertrag von etwa 17% (produzierte kWh Strom im Verhältnis zur Einstrahlung pro m2). Polykristalline Module sind zwar weniger ertragreich, dafür aber günstiger pro m2. Amorphe Module sind noch ein wenig günstiger und können auch flexibler verarbeitet werden, dafür ist der Ertrag pro m2 allerdings viel geringer. Effektiv ist aber oft die Markt-Verfügbarkeit von Modulen ausschlaggebend.

Eine Photovoltaïkanlage kann an verschiedenen Orten montiert werden. Wegen der exponierten Lage wird eine Anlage oft auf dem Dach montiert, aber Solarmodule werden auch als integrierte Elemente einer Gebäudearchitektur angewendet (bspw. Blenden für Fenster). Dabei ist heutzutage nicht zwangsläufig eine flache Oberfläche notwendig; Dünnschichtmodule können auch auf gebogene Oberflächen angewendet werden.

Bei der Installation von einer Solaranlage ist auf folgende Gegebenheiten zu achten.

  • Die Lage soll nicht (wesentlich) beschattet werden von z.B. Bäumen, Gebäuden, Hügel oder andere Störfaktoren, zumindest nicht tagsüber (09:00 bis 17:00, vor allem aber Mittagszeit, je nach Ausrichtung der Anlage) wenn die Sonne am kräftigsten scheint.
  • Die Solaranlage sollte möglichst nach Süden ('Azimuth') ausgerichtet sein - dort wo sich Sonnenstrahlung am effektivsten auswirkt. Eine Abweichung von 20° bedeutet einen Rendementsverlust von etwa 1% auf Jahrbasis, 30° bedeutet 2%, 40° bedeutet 3%, 50° bedeutet 5%, 60° bedeutet 7%, 70° bedeutet 10% Rendementsverlust.
  • Daneben gibt es einen optimalen Neigungswinkel der Paneelen. Dieser liegt bei etwa 30°. Bei 20°/40° ist die Wirkung schon 1,5% weniger, bei 10°/50° etwa 5%. Neben der Effizienz ist die Neigung auch wichtig weil Solaranlagen sich auf natürlicher Weise durch Regen- und Windeinflüsse reinigen. Eine flach-liegende Anlage müsste man sonst regelmässig reinigen bzw. von Schnee befreien.
  • Die Leistung der Solarzellen nimmt ab wenn diese zu warm werden. Eine gute Hinterlüftung der Paneelen ist somit mitverantwortlich für eine optimale Leistungsnutzung.
  • Die Anlage sollte wo möglich nicht allzu nahe von Staub- oder Schmutzwasserquellen stehen. Aus unseren Erfahrungen mit der Anlage Alpha A1 an der Autobahn wissen wir, dass z.B. Salzwasser im Winter oder Spritzwasser bei Regen die Anlage verschmutzen kann. Allerdings ist ihr negativer Einfluss auf die Effizienz der Anlage eher gering. Unsere Anlage wird alle 4 bis 5 Jahre gereinigt, aber sonst wäre keine Reinigung nötig.

Unsere Praxiserfahrungen

Die Mitglieder der IG Solar haben über die Jahren hinweg viel Erfahrung mit Solaranlagen sammeln dürfen. Aus diesen Erfahrungen, untenstehend zwei konkrete Beispiele und allgemeine Werte für Investitionen und Erträge.

Alpha A1

Die IG Solar hat im Jahr 1999 mit der Realisierung einer Photovoltaïkanlage für die Montage auf den Schallschutzwänden entlang der A1 (Zürich nach Bern), in Safenwil, auf einer Länge von 368m begonnen. Diese Anlage wurde von IG Solar Mitglieder auf dem Areal vom Hersteller in Frick komplett vormontiert, um den Einsatz von Montagepersonal auf der Autobahn (bei fliessendem Verkehr!) so kurz wie möglich zu halten. Diese Montage konnte Anfang November 2000 in 2.5 Tagen abgeschlossen werden.
Für ausführliche Informationen verweisen wir auf den Schlussbericht.

Baujahr1999-2000
Installierte Leistung80 kWp, Netzverbund
Durchschnittliche Jahresproduktion68'000 kWh
Grösse und Art der Anlage543 m2 aktive Monokristalline Solarmodule
Modulhersteller und ModultypISOFOTON:
  • Oberere Reihe: 480m2 vom Typ 1-165/12
  • Untere Reihe, West: 40m2 vom Typ 1-110/24
  • Untere Reihe, Ost: 23m2 vom Typ 1-65/12
WechselrichterSMA Sonny Boy 2500, 24 Stück
InstallationskostenCHF 1'097'000, inklusive Kosten für Schallschutzwand
FinanzierungDie Finanzierung wurde wie folgt aufgegliedert.
  • Förderbeitrag des Kantons Aargau: CHF 3'000 pro kWp (240'000).
  • Gutschrift vom Kanton Aargau für Schallschutzwand: CHF 124'000.
  • Förderbeitrag vom Bund CHF 160'000 (dieses Projekt wurde als Demonstrationsobjekt anerkannt).
  • Zusätzlicher Förderbeitrag vom Bund für die auf der Anlage installierte Messanlage im Rahmen des Demonstrationszwecks: CHF 50'000
  • Fremdfinanzierung von CHF 220'000 gegen 6.25% und 11-jährige Amortisation.
  • Der Rest wurde durch Aktienausgabe der EKOTECH AG, Spenden und zinsfreie Darlehen finanziert

Familie D. Heierle, Safenwil

Die Fam.Heierle hat eine gemischte Anlage mit Photovoltaik und Sonnenkollektoren auf dem Dach installiert. Die Sonnenkollektoren unterstützen die Heizung und Warmwasseraufbereitung einer 25kW Holzschnitzelanlage. Diese Leistung reicht für die 4-köpfige Familie und für die Büros im gleichen Gebäude. Die Liegenschaft hat insgesamt (EFH+Büro) einen Energiebedarf von etwa 10'000 kWh/Jahr.

Photovoltaik
Baujahr2001
Installierte Leistung4.1 kWp, Netzverbunden
Durchschnittliche Jahresproduktion4200 kWh
Grösse und Art der Anlage16m2
Modulhersteller und ModultypASE 110, 40 Module
WechselrichterSonny Boy 2000, 2 Stk
InstallationskostenSfr.45'000, elektr. Installation zT als Eigenleistung
FinanzierungPrivate Finanzierung, kantonale Unterstützung von Sfr.2000/m3

Sonnenkollektor
Baujahr2001
Grösse und Art der Anlage16m2, div. Produkte
Installierte LeistungZirka 6'500 kW pro Jahr
Speicher2000 Liter, 4-Schichtenladung
InstallationskostenSfr.8'000, ohne Speicher
FinanzierungPrivate Finanzierung, Förderbeitrag: Sfr.960,-

Neben diesen beiden Beispielen haben Mitglieder der IG Solar weitere konkrete Erfahrungen mit noch 8 weiteren Anlagen in Safenwil und Umgebung.

Finanzierung für private PV Anlagen

Eine PV Anlage kann eine grosse Investition sein. Die Frage ist also berechtigt: wie rentiert sich eine PV Anlage auf Dauer?

Um diesen Punkt zuerst mal vorweg zu nehmen: rein wirtschaftlich gesehen lohnt sich die Installation momentan erst nach etwa 20 Jahren. Wer PV also rein als kurzfristiges, anti-zyklisches Investment sehen will: PV Anlagen sind kein 'money printing machine'. Dagegen ist eine PV Anlage durchaus eine Langzeitinvestition die bei steigenden Energiepreisen und rasant fortschreitender Technologie über Jahrzehnten gesehen nur Gewinn machen kann. Die Entscheidung für eine PV Anlage hat aber kurzfristig gesehen mehr zu tun mit dem Wunsch einen Beitrag an die Herstellung von sauberer Energie zu leisten.


Kosten von einer Photovoltaik-Anlage

Um aber die Investition in eine PV Anlage etwas abzuschätzen, sind folgende Posten auf der Kostenrechnung relevant.

  • Die Solarmodule sind der grösste Posten. Dabei gibt es einige entscheidende Faktoren.
    • Es gibt verschiedene Klassen von Modulen: Monokristallin, Polykristallin, Amorph.
    • Module werden in verschiedenen Grössen geliefert. Grosse Module sind idR günstiger, sind aber entsprechend schwieriger in die Gebäudearchitektur zu integrieren.
    Ein m2 monokristalline PV Module kostet etwa Sfr.3'000 und liefert etwa 0.22 kWp, polykristalline Module kosten etwa Sfr.1'500 pro m2 und liefern etwa 0.16 kWp. Je nach Verfügbarkeit von Modulen und Herstellern.
  • Als nächst-grössten Posten kommen die Wechselrichter, welche den Strom der Anlage in 220V 50Hz Wechselstrom umwandeln. Pro Anlage werden oft mehrere gebraucht. Die Kapazität wird in kW gerechnet; pro kWp wären zum Beispiel einen Wechselrichter von Sfr.2'000,- oder pro 4kWp einen Wechselrichter von Sfr.4'500 nötig. Dabei bestehen natürlich verschiedene Qualitätsklassen anhand der Effizienz der Umwandlung (kommt das Gerät ohne Trafo aus) und Zusatzfunktionen wie Schutztrafo.
    Der Wechselrichter ist gleichzeitig auch Ihre Verknüpfung mit dem Stromnetz. Das heisst: über das heimische Elektrizitätznetzwerk liefert Ihre PV Anlage u.U. mehr Strom als dass Ihr Haushalt verbraucht. Der Strommesser von der AEW fängt an rückwärts zu zählen und zahlt Ihnen den Negativverbrauch zum festgelegten Preis.
  • Die PV Anlage kann man wahlweise noch mit Kontrollelementen ausstatten, welche Ihnen erlauben, den Ertrag der Anlage zu überwachen, wahlweise auch ferngesteuert über Funk.
  • Die fachgerechte Installation kann bei kleineren Anlagen etwa einen halben Tag dauern; je nach Lage und Bereitschaft zur Eigenleistung natürlich.
  • Die Elektroinstallation kann beliebig aufwendig gestaltet werden. Die einfachste Variante ist die, bei der die PV Anlage direkt in die nächste Steckdose eingesteckt wird. Es gibt aber auch spezialisierte Steuergeräte, Verkabelung und Stecker jeweils mit eigenen Einsatzzwecken.
  • Je nach Kanton ist eine Baubewilligung erforderlich. In Aargau ist jede Anlage über 10 m2 bewilligungspflichtig. Der Aufwand ist für jede Gemeinde unterschiedlich, sollte aber im Rahmen sein.

Aufgrund von unseren Erfahrungen oben, haben wir einige allgemeine Referenzwerte in einem kleinen Rechenbeispiel umgesetzt. Bitte beachten Sie, dass die genannte Zahlen nur eine ganz grobe Annäherung darstellen und dass die IG Solar keine Verantwortung für eventuelle Fehler übernehmen kann!

Dimensionierung der Anlage

Jährlich gesuchte Leistung kWh Die Leistung der Anlage wird in kWh/Jahr gerechnet und bestimmt damit die Fläche und somit ihren Preis.
Leistung pro m2 PV
0.22 kWp/m2
Dies ist ein Merkmal der Solarmodule und liegt zwischen 150W und 250W pro m2, je nach Effizienz (100% = 1'100 kW Sonnenenstrahlung).
Jahresleistung pro kWp 1000 kWh Annahme über wieviel kWh eine kWp pro Jahr erzeugen kann. Hängt ab von der Lage, usw.
Benötigte Module
27 m2
Die Oberfläche die Sie ingesamt für die gefragte Leistung brauchen.
Gesamtleistung
6.0 kWp
Die Gesamtleistung der Anlage.
Preis pro m2 (polykristallin)
1750 Sfr
Annahme über den Modulpreis, pro m2

Investition

Module
47000 Sfr
Gesamtpreis für die Solarmodulen mit Träger usw.
Wechselrichter
6000 Sfr
Preis für Wechselrichter (eventuell mehrere nötig), ohne Anschluss ans 220V Netz.
Installationskosten
2000 Sfr
Kosten für Montage vor Ort, mit Verkabelung, Stecker usw.
Baubewilligung
1500 Sfr
Baugesuch und Bewilligung
(abgerundet)
53700 Sfr

Pi mal Daumen: eine 4-köpfige Familie mit einem Jahresbedarf von 6'000 kWh (Kochen/kühlen, Licht, usw.) bräuchte 27m2 an PV Anlage, ergo Sfr.50'000 sind schnell mal fällig. Daneben braucht es noch Sfr.5'000 für die Wechselrichter, Verkabelung und fachgerechte Installation.


Ab wann rentiert sich eine Anlage rein finanziell?

Die Kosten einer PV Anlage stehen folgenden Faktoren gegenüber:

  • Eine PV Anlage braucht nahezu null Wartung. Die Installationskosten sind also 95% vom finanziellen Aufwand - danach läuft die Anlage und braucht keinen weiteren Unterhalt.
  • Natürlich spart man sich die Kosten für jede kWh die man selber generiert, anstatt Sfr.0,18 an den Stromlieferanten zu zahlen. Sich 'autark' mit Solarstrom zu versorgen, ist praktisch nicht machbar, weil die gewaltigen Unterschiede zwischen Produktion und Verbrauch zu gegebenen Zeiten eine entsprechende Speicherkapazität und -leistung voraussetzen, die mit heutigen Batterien nicht sinnvoll zu realisieren ist.
    Aber auch wenn: Sfr.50'000 sind auf diese Weise bestenfalls erst nach 50 Jahren amortisiert. Wichtiger ist dabei, dass in der Schweiz eine Revision des Energiegesetzes in der Vorbereitung ist, welche voraussichtlich einen kostendeckenden Mindestpreis für die kWh Strom aus Solarenergie von Sfr.0,59 festlegen würde. Dieses Gesetz wird bis Januar 2009 in Kraft gesetzt und bezieht sich auf eine Überkapazität welche Sie (in dem Fall) als Stromproduzent in das Netz einspeisen. Überkapazität tritt insbesondere dann auf, wenn die Sonne kräftig scheint, Sie aber selber keine Energie brauchen - unter der Woche während der (Nach-)Mittagszeit zum Beispiel. Bedingung ist lediglich, dass die Anlage frühestens im 2006 in Betrieb genommen wurde - ältere Anlagen profitieren also, indem man jetzt bewusst eine Überkapazität zusätzlich installieren lässt, mit einem Ertrag von derzeit etwa Sfr.150 pro m2 und Jahr.
  • Einen Schritt weiter, könnte man natürlich auch sämtlichen Strom für diesen Preis verkaufen und den eigenen Verbrauch zu 100% vom Netz beziehen. Das braucht aber einen entsprechenden extra Anschluss am Stromnetz.
  • Infolge dieses Gesetzes wurden allerdings in den meisten Kantonen die Förderbeiträge gestrichen - insbesondere in Aargau. Wo obige Beispiele noch einen Förderbeitrag von mehreren Tausend Sfr. pro kWp erhielten, sind diese heutzutage nicht mehr vorhanden.
  • Bei bestehenden Liegenschaften werden Steuererleichterungen angeboten. Wie es dem Steuergesetz wohl eigen ist, ist die Situation etwas kompliziert, aber folgendes ist zu beachten.
    • Liegenschaften die noch keine 5 Jahre alt sind, profitieren meist nur zu 50%. Bei einem Neubau (oder Erweiterung eines bestehenden Gebäudes!) lohnt es sich, ein paar Jahre Geduld zu üben.
    • Es gibt auch in diesem Zusammenhang einen Unterschied zwischen Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuern. In §642.116, Abs.2, Art.8 vom Bundessteuergesetz erlaubt man einen 100%igen Abzug für "Massnahmen zur rationellen Energieverwendung und zur Nutzung erneuerbarer Energien". Viele Kantone folgen dem Bundesgesetz, darunter der Kanton AG.
    • Die Abzüge sind aber oft an einige Auflagen gebunden, darunter eine Normierung nach EN 12975-1 und -2. Ihr Solar-Fachmann weiss Bescheid, welche Module dieser Normierung entsprechen.
    Die Investition lässt sich in dem Fall von der Einkommenssteuer abzusetzen (am besten über mehreren Jahren verteilen!) und je nach Einkommenslage spart man schnell mal ein paar Tausend Franken.
  • Daneben tauchen hin und wieder mal regionale Projekte auf, wie zB das "100 jetzt!" Programm in BL vor einiger Zeit.
  • Eine andere Möglichkeit bot bis anhin die Ökostrombörse. Diese wurde zum Beispiel vom Stromversorger wo der private Solardachbesitzer angeschlossen ist, organisiert und erlaubt es diesem Anbieter seinen kWh nach marktüblichen Prinzipien (Angebot und Nachfrage) zu verkaufen. So verkauft zum Beispiel auch die EKOTECH die kWh von der von ihr betriebene Alpha A1 Anlage an die "Ökostrombörse" der AEW Energie AG. Diese wiederum verkauft diesen Strom an ihre Endkunden, welche sich durch einen Aufpreis die Lieferung von Solarstrom indirekt sichern.
    Diese Form von Vermarktung wird nach Inkrafttreten der kostendeckenden Einspeisevergütung im neuen Energiegesetz verschwinden und von einem einheitlichen kWh-Preis ersetzt. Damit wird die Einspeisevergütung für die ganze Schweiz vereinheitlicht und man muss als PV-Produzent nicht mehr auf der Suche nach einem Abnehmer.

Um das Beispiel von vorhin noch fortzusetzen ("Kosten von einer Photovoltaik-Anlage"), hier eine etwaige Vorstellung vom steuerlichen Vorteil, Vergütung von Überkapazität und Einsparungen im eigenen Haushalt, für eine Netzverbundene Anlage, gerechnet über 20 Jahre bei optimaler Lage.

Dimensionierung der Anlage

Lebensdauer 20 Jahre Amortisationshorizont; oft auch Herstellergarantie.
Schräglage 40 Grad Unter welchem Winkel zum Horizont ist die Anlage montiert?
Abweichung der Normale vom Süden 0 Grad Wieviel Grad weicht die Ausrichtung vom Süden ab (bspw. West=90°).

Verbrauch

Jährlicher Verbrauch, ohne Heizung kWh Stromverbrauch im Haushalt: OHNE Boiler und evtl. Heizung; siehe Solarwärme

Strompreise

Vergütung pro kWh Sfr/kWhDie Vergütung pro kWh Solarstrom muss noch definitiv festgelegt werden.
Niedertarif 0.07 Sfr/kWh Strompreis im Niedertarif (idR zwischen 8:00 und 20:00)
Tagestarif Sfr/kWhStrompreis im Tagestarif.

Einsparungen/Vergütung

Steuerlich
6700 Sfr
Gesamte Steuervergünstigung (evtl. verteilt über zwei Jahren).
Überkapazität
46000 Sfr
Gesamtwert der Überkapazität der Anlage über die gesamte Lebensdauer.
Einsparung
7000 Sfr
Einsparungen auf der Stromrechnung über die gesamte Lebensdauer gerechnet.
(abgerundet)
59000 Sfr

Eine PV Anlage kann sich also nach 20 Jahren lohnen. Die Investition ist inflationssicher und wegen den tendenziell eher steigenden Energiepreisen auch sonst nach unten relativ gut abgesichert.

Nichtsdestotrotz: in Vergleich mit was das nötige Kapital auch bei ganz konservativen Anlagen (3% Jahresertrag) über 20 Jahren erwirtschaften könnte, ist Gewinn an der Stelle das falsche Wort. Man sollte bei einer Investition in eine PV Anlage vor allem das Ideal eines sehr umweltfreundlichen Beitrags an der Energieversorgung vor Augen haben, in der sicheren Annahme, dass man eine werterhaltende Investition gemacht hat.

Die Swissolar bietet an der Stelle reichlich aktuelle Informationen. Auch das Bundesamt für Energie hat einige sehr interessante Links und Dokumente.

Trends

Solarstrom, so wie auch andere Formen von alternativen Energien, ist in aller Munde. Die Politik befasst sich seriös und konstruktiv mit der Nachhaltigkeit ihrer Energiepolitik, die Wirtschaft entdeckt die Anreize um Energie zu sparen im Betrieb, Logistik, Vermarktung usw., der Konsument stellt immer mehr kritische Fragen über Herkunft und Herstellung von Produkten.

Anders als in den 70ern und 80ern mag diese Entwicklung diesmal von Dauer sein. Sie wird nicht durch eine Reaktion auf steigende Benzinpreise und andere messbare Gegebenheiten alleine getrieben. Es entsteht ein grundsätzliches Verständnis dafür, dass wir am Ende der Fahrt sind, was unsere jahrzehntelange Energiepolitik angeht. Es wird in Zukunft nicht mehr eine dominierende Energiequelle geben können - weil sie zu Ende gegangen ist, und weil sie der Ursprung von vielen aktuellen Problemen ist (Klimawandel, Irak-Krieg, die Macht des Geldes - jeder das Seine).

All dies hat auch eine Auswirkung auf die Forschung und Entwicklung von Solarstrom-Technologien. Innovation ist teuer, aber dank der jetzt entstandenen langfristigen Perspektive ist sie inzwischen lohnend. Die notwendige Forschungsarbeit hat zwei Hauptschwerpunkte.

  • Effizienz: bei Effizienzen von maximal etwa 20% sind Solarzellen nicht gerade optimal. Neue Basisstoffen können Silizium ersetzen, Nanotechnologie kann helfen die Ausbeute zu erhöhen, Optik kann helfen den Rendementsverlust bei suboptimalem Einfallswinkel zu verringern oder das Licht auf avancierteren, teuren Materialien zu fokussieren.
  • Preis: Silizium ist eines von den meist vorhandenen Elementen auf Erde, aber die Herstellungsverfahren sind komplex und teuer. Eine bessere Herstellungsmethode oder eine effizientere Nutzung vom teuren Basismaterial reduziert den Preis pro Quadratmeter; die effiziente Anwendung von alternativen Materialien kann Silizium ersetzen.

Fortschritte werden in beiden Bereiche gleichzeitig gemacht - die Marktverfügbarkeit von günstigeren und effizienteren Solarmodulen ist daher eine Frage von Zeit. Die Kosten- und Nutzenberechnung von heute wird in 5 Jahren ganz anders aussehen.

Anbieter in Aargau, in der Schweiz

Die Swissolar ist ein Schweizerischer Fachverband für Sonnenenergie und repräsentiert ein Grossteil der schweizer Wirtschaft mit Bezug auf Solartechnologie. Ihre Webseite bietet daher ein ausführliches Anbieterverzeichnis, das Ihnen hilft, einen kompetenten Fachmann für Solar-Lösungen zu finden. Auch einige Mitglieder der IG Solar sind bei Unternehmen wie z.B. SolarMarkt AG tätig.