Energie sparen: das grösste Kraftwerk zuhause
Bei der ganzen technischen Diskussion wird oft vergessen, dass die Schweiz gleich mehrere AKW's abschalten könnte ohne die immer wieder heraufbeschworene Versorgungslücke zu befürchten, wenn ihre Bürger sich die wichtigsten Massnahmen zum Energiesparen zu Herzen nehmen würden. Der Grund dass dies nicht passiert liegt wohl eher weniger an diesen Bürgern (schon gar wenn Sie's bis hier geschafft haben :-) als der Schwierigkeit überhaupt zu erklären wieviel man wo auch selber sparen kann.
Hier möchten wir das Thema etwas greifbar machen und ein paar konkrete und wichtige Massnahmen durchrechnen.
Mehr Tipps
Es gibt viele Möglichkeiten, Energie zu sparen. Oben wurden schon ein paar Ideen quantifiziert, aber es gibt mehr.
- Schalten Sie Licht und Geräte aus wenn Sie sich nicht im Raum aufhalten und bringen Sie es ggf den Kindern auch so bei.
- Laptop statt Desktop: bei der nächsten PC Anschaffung einen Laptop wählen. Ein Laptop braucht 40Watt, ein Desktop 150Watt und mehr, ausserdem ist er mobil und platzsparend, und schaltet bei Stromausfall nicht gleich aus (die Frustration kennt wohl jeder Computerbenutzer...). Der Preisunterschied mag heutzutage gegen die Vorteile nicht mehr bestehen. Darüberhinaus gibt es auch unter den Laptops energiesparsame Modelle die entsprechend gekennzeichnet sind. Ersparnis: mindestens 70%, bei einer Stunde in der Woche schon 6 kW pro Jahr.
- Geschirrspülen: Unter der Bedingung, dass die Maschine voll ist und von der Energieklasse A oder besser (A+), spart eine Geschirrspülmaschine im Verbleich zum Handabwasch etwa 70% Warmwasser. Aber neben dem Wasser spart man in diesem Fall auch die Energie um dieses von 20° auf 60° zu erhitzen (Boiler). Daneben ist es bequemer und hygienischer (ein Schwamm der mehr als ein paar Tage in Gebrauch ist, hat tausendmal mehr Bakterien als jede Toilette).
Rechenbeispiel: ein Waschbecken fasst 35 Liter, eine grosse Ladung schmutziges Geschirr braucht etwa 40 Liter (vorspülen, Seife abspülen, Wasser nachfüllen, usw.) das vom Boiler von 20°C auf 60°C erwärmt werden muss. Wasser braucht 4180 J/kg.°C, heisst 1,85 kW - noch ohne Effizienzverlusten. Laut Herstellerangaben braucht zB der V-Zug Adora N60 nur 1.08 kW pro Durchlauf. Ersparnis: etwa 40%. - Beim Kochen können folgende Tipps vieles ausmachen:
- Deckel auf den Topf halten, so dass die Wärme nicht sinnlos verdampft und das Gericht darüber hinaus schneller fertig gekocht ist.
- Elektronische Kochplatten ein paar Minuten vor Ende schon abschalten und zum Warmhalten verwenden. Bei einer Leistung von 1600 Watt spart man sich so in 2 Minuten mehr Strom als eine Sparlampe in einer ganzen Stunde.
- Sorgen Sie dafür, dass der Durchmesser vom Topf und Kochfeld übereinstimmen. Bei zu kleinen Töpfen entweicht die Wärme, bei zu grossen Töpfen braucht man extra Lange.
- Kochen auf einem Induktionsherd statt Keramik oder Elektroherd ist energiesparend weil es nur den Topf erhitzt und nicht den Herd. Daneben ist es bequemer zum Kochen und sicherer weil der Herd kaum heiss wird (Kinder!).
- Die Mikrowelle ist sehr viel effizienter wenn es darum geht, etwas aufzuwärmen. Die Mikrowelle braucht viel weniger Zeit, braucht nur ein Drittel der Energie (600W statt 1600W) und arbeitet steriler.
- Wasser erhitzen tut man am Besten mit einem Wasserkocher. Das geht 10x schneller und ist somit 10x günstiger im Verbrauch als zB ein Elektroherd.
- Informieren und überzeugen Sie sich selber und kaufen Sie sich ein Messgerät für den Stromverbrauch. Für etwa Sfr.20,- erhält man schon ein günstiges Messgerät im Mediamarkt oder Fachhandel den einen ersten Eindruck vom Stromverbrauch ermittelt. Wenn die Messergebnisse allerdings zuverlässig sein sollen, lohnt sich ein teureres Modell meist eher.
Daneben helfen folgende Tipps, den Energieverbrauch der schweizerischen Gesellschaft generell zu mindern.
- Versuchen Sie wo möglich Ihren Kehrricht zu recyklieren. Glas, Papier aber insbesondere Aluminium und Alteisen aus den Grundstoffen herzustellen ist um ein mehrfaches energie- und ressourcenintensiver als Recycling. Insbesondere die Aluminiumproduktion ist sehr energieintensiv.
- Legen Sie kurze Distanzen zu Fuss oder mit dem Fahrrad zurück. Auto und Co. sind sehr ineffizient auf kurzen Strecken, weil sie überproportional lange im Leerlauf funktionieren, und da bei niedrigen Geschwindigkeiten und bei kaltem Motor sehr viel Treibstoff verpufft wird.
- Kaufen Sie wo möglich von lokalen Herstellern, z.B. bei der Chäsi Safenwil, Landprodukte im Volg, oder direkt vom Hofladen, um Transportwege kurz zu halten. Wichtig ist allerdings, dass man dafür nicht extra das Auto starten muss, weil alleine damit macht man jeden energetischen Vorteil wieder zunichte.