Photovoltaïk und Politik in Deutschland

Photovoltaik hat tradition in Deutschland. Nirgendswo sonst gibt es soviele Quadratmeter PV. Jetzt schreibt die Presse: "Solarenergie, Nein Danke!"...

Das Heft "Technology Review" berichtet diesen Monat gross über Sonnenenergie (Heise Verlag, auch in der Schweiz zu haben). Ein paar sehr interessante Statistiken sind unter anderem zu sehen. Deutschland alleine hat zum Beispiel um die 1'100 Megawatt Peak (MWp) an privaten und kommerziellen PV Anlagen. Das sind mehr als der Rest der gesamten Welt zusammen. Zweiter kommt Spanien mit 425 MWp (und das unter Berücksichtigung der besseren geographischen Lage), dann die USA mit 259 MWp.

Warum also die Misstöne? Eigentlich ist Sonnenenergie eine möglichst saubere Technologie, Lärm- und Geruchsarm, CO2-frei, zuverlässig. Aber Deutschland hat über den vergangenen Jahren eine sehr progressive Politik bezüglich der Vergütung pro Kilowatt Solarstrom verfolgt. Es hat das Land einerseits in eine Spitzenposition in der Solartechnik versetzt, andererseits wird die garantierte Einspeisevergütung von über 40 Eurocent allmählich zum Problem. Den höheren Preis ist nämlich nicht mehr in Übereinstimmung mit den tatsächlichen Produktionskosten und nur durch schwere Subventionen zu erhalten.

Die Schweiz bietet bislang noch keine Einspeisungsvergütung - als eines der letzten Länder in Europa. Wir führen eine kostendeckende Einspeisevergütung ab 1.1.2009 ein, die sehr wahrscheinlich im ersten Jahr bei etwa 60Rp. einsetzt. Worin sich die Schweiz und Deutschland aber unterscheiden, ist dass in Deutschland eine Einspeisevergütung mit dem Eigentümer der Anlage vereinbart wird, die ihm über 20 Jahren garantiert wird (um das finanzielle Risiko kalkulierbar zu halten). Die Schweiz dagegen beurteilt den Preis jedes Jahr neu und reduziert ihn jeweils mit 8%. Daneben gibt es einen "Deckel" auf wieviel Solaranlagen jährlich zum Programm dazu stossen dürfen (über Anmeldung beim Swissgrid).