FAO-Gipfel: sind Biotreibstoffen schuld oder Sündenbock?

Derzeit findet in Rom der Gipfel der "Food and Agriculture Organization" der UN statt - eines der Hauptthemen, die mancherorts rasant gestiegene Preis für Grundnahrung (Getreiden, Reis). Biotreibstoffe werden dabei gerne als einer der Ursachen genannt. Sollte man also Biodiesel und Bioethanol als zukunftsträchtige, klimaneutrale Energiequellen abschreiben?

Es stimmt tatsächlich, dass in Nordamerika die Preisen für Getreide und Reis in signifikantem Mass durch den schnell populär gewordenen Bioethanol-Treibstoff verursacht wurden. Die Nachfrage stieg, das Angebot kann nicht mithalten. Ausserdem wurden Landflächen, ursprünglich für den Anbau von Getreiden gedacht, neu mit Soja oder Mais bepflanzt und somit verdrängen Sie den Anbau von Grundnahrungsmittel.

Aber hätte man es ja auch sehen kommen können? Die von der amerikanischen Regierung geforderten Mindestmengen an Biotreibstoff sind zwar gut gemeint, aber es ist wie bei einem Arztneimittel: die Dosierung bestimmt, ob es einem heilt oder vergiftet.

Fatal auch die Entscheidung, auf die sog. Erste Generation Bioethanol zu setzen, nämlich aus hochwertige Landbauprodukte statt Holz, Gras und andere zellullosiche Basisstoffen in der Zweiten Generation Bioethanol. War zwar nicht so gemeint, aber leicht nachvollziehbar wenn man bedenkt, dass die Forschungen noch am Anfang stehen und die Industrie halt das nimmt was wirtschaftlich am günstigsten kommt und sofort in grossen Mengen produziert werden kann.

Gerade deswegen ist es wichtig zu wissen, dass die Schweiz eben nicht auf diese erste Generation setzt. Bioethanol und Biodiesel werden steuerlich vergünstigt (bald sogar ganz von der Mineralölsteuer befreit) aber nur dann, wenn die ökologische Nachhaltigkeit gewährleistet ist. Und das bedeutet insbesondere, dass die Schweiz ihr Ethanol selber herstellt, aus Holzabfällen und anderen zellullosischen Basisstoffen hier aus der Schweiz. Dort wo die Kapazität nicht vorhanden ist, wird Ethanol importiert, entweder aus Europa, oder aus Brasilien wo seit jeher Bioethanol aus Zuckerrohr hergestellt wird.

Mehr zu diesem Thema auch in unserem Artikel über Bio Treibstoffen