Besichtigung des Wasser-Wirbelkraftwerks Schöftland

Ein Meter Höhenunterschied in der Suhre reicht, um 25 Haushalte mit umweltverträglich produziertem Strom aus Wasserkraft zu versorgen. Wie dies funktioniert wird Interessierten jeden Samstag zwischen 14.00 und 15.00 Uhr beim Wasserwirbelkraftwerk Schöftland (WWK) gerne erklärt. Es ist keine Anmeldung erforderlich.

Die Schweiz hat sich schon auf Frühling eingestellt, da holt der Winter seine Krallen noch einmal gnadenlos aus - an diesem verschneiten Samstagnachmittag, wo wir mit ein paar Safenwiler das Wasserwirbel Kraftwerk im Schöftland besuchen. Jeden Samstag wird von Hrn.Steinmann von der Genossenschaft Wasser Wirbel Kraftwerke Schweiz kompetent über Wirkung, Entstehen und Hintergründe des Wirbelkraftwerks informiert und mit einer dort aufliegenden Broschüre bestens ergänzt.

Das Wasser wird über einen Einlaufkanal zum Rotationsbecken geführt und durch eine Abflussöffnung in der Mitte des Beckenbodens in eine Rotationsbewegung versetzt. Wie in der Badewanne, entsteht in der Mitte ganz natürlich ein Wasserwirbel.

In diesen Wirbel wird eine Turbine mit Generator gestellt, um die Rotationsenergie in elektrische Energie umzuwandeln. Somit wird für die technische Nutzbarkeit ein stabiler und symmetrischer Wasserwirbel mit strömungsfreiem Wirbelzentrum angestrebt der eine langsam rotierende Turbine antreibt.

Diese Methode der Energiegewinnung hat viele Vorteile. Es sind in der Schweiz schätzungsweise 40'000 Standorte geeignet für eine ähnliche Installation: Höhengefälle von 70cm bis 1m70 mit im Jahresschnitt 1m3 oder mehr Wasser pro Sekunde. Da die Turbine langsam und mit der Wassergeschwindigkeit dreht, is die Anlage keine Gefahr und kein Hindernis für Fische und anderes Leben im Fluss. Fische können die Strömung sogar aufwärts schwimmen, was die Anlage auch geeignet macht für Stellen wo sonst aufwendige bauliche Vorkehrungen nötig sind um ihnen an Wasserkraftanlagen vorbei einen Weg flussaufwärts zu bieten.

Die Anlage besteht im Wesentlichen aus einem Becken aus Beton, einer Turbine und einer daran gekoppelten Generator. Damit der Strom ans Netz gehen kann, wird ausserdem ein Transformator eingesetzt, der Spannung und Frequenz reguliert. Alles in allem keine teure High-Tech, und bei den geringen Drehgeschwindigkeit ist nur wenig Wartung nötig.

Die GWWK ist als Genossenschaft Lizenzinhaber für die Installation von weiteren solchen Kraftwerken in der Schweiz. Ihre Arbeit wird von den Mitgliedern mittels Genossenschaftsanteil finanziert. Daneben werden die Kosten durch Darlehen von Genossenschafter, durch Spenden, usw. gedeckt. Jeder Interessierte kann einen Anteilsschein von Fr.3'000 erwerben und weiss damit über die Laufzeit eine jährliche Produktion von 80,000 bis 130,000 kWh absolut saubere Energie gewährleistet. Daneben ist die GWWK bemüht, über die Laufzeit einen Ertrag der Ordnunggrösse eines Hypozinses (Referenz: VZ Index) zu generieren und weiter zu investieren. Genaue Bedingungen und Anmeldungsformulare sind verfügbar auf der GWWK Webseite.