Schweiz ohne Atom: Schweizer Stromversorger geraten in Panik?

Die Schweizer Stromversorger, vereint im VSE, haben sich Gedanken gemacht, was es heisst künftig ohne Atom auszukommen.

Es wird von drei Szenarien ausgegangen.

  • Szenario 1: Weiter steigenden Strombedarf; ein Viertel des Strombedarfs muss weiterhin über importierte, fossile Energieträgern gedeckt werden. 7 bis 8 Gaskombikraftwerke sind nötig
  • Szenario 2: Mehr Erneuerbare, 4 bis 5 Gaskombikraftwerke
  • Szenario 3: Rückgang des Strombedarfs dank strengen Lenkungsabgaben, massive Investition in Erneuerbare.

Bei Szenario 3 wären laut VSE 11'500 PV Anlagen der Grösse vom Stade de Suisse, oder insgesamt fast 10 GWp nötig. Zum Vergleich: Göschgen hat ungef. 1 GW Leistung. Mein Technikerherz schlägt höher, wenn ich an einer PV Fläche von der Grösse von 7 Millionen Fussballfelder denke, aber ehrlich: wie seriös ist dieser Vorschlag?
AKW's produzieren Bandenergie; für die vorgeschlagene Menge PV gäbe es nie und nimmer genug Speicherkapazität. PV ist also nicht die Schlüsseltechnologie. Aber die wirkliche Antworten möchten die Stromlieferanten vielleicht lieber nicht hören: weniger Monopolstellung der Stromlieferanten, eine faire, dynamische und nachhaltige Preispolitik in der Energie fördert dezentrale Produktion und Speicherung durch PV, Kleinkraftwerke, Windanlagen. Dies fordert eine andere Netztopologie und besseren Anschluss der schweizer Netze für Erneuerbaren aus dem Ausland.
Danke, VSE, für diese scheinbar doch sehr politisch motivierte Antwort. Aber wir werden jetzt nicht sagen: "wir hätten dann gerne Szenario 1". Und übrigens: was ist mit Geothermie? Mit den Beträgen die vom VSE gehandelt werden, kann man eine Menge erreichen.